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Medikamen­töse Therapie

Antibiotika

Antibiotika sind Medikamente, welche die Vermehrung von Bakterien hemmen oder Bakterien abtöten. Antibiotika sollten nur genommen werden, wenn der Verdacht auf eine durch Bakterien ausgelöste Krankheit besteht, die der Körper aus eigener Kraft nicht überwinden kann. Gegen Viren (häufigste Ursache von Atemwegsinfekten) sind Antibiotika wirkungslos!

Medikamente

Hinweise für das Vorliegen eines bakteriellen Infektes können sein:

  • hohes Fieber bei grünlichem oder gelblichem Nasen- / Bronchialsekret
  • typischer Röntgenbefund der Nasennebenhöhlen oder der Lunge
  • erhöhte Entzündungswerte im Blut

Antibiotika sollten ausreichend lang eingenommen werden, meist fünf bis zehn Tage. Bitte halten sie sich an die Anweisung des Arztes, bei Problemen mit der Verträglichkeit ist Rücksprache sinnvoll.

Theophyllin

Theophyllin ist ein Medikament das mit dem Koffein aus dem Kaffee verwandt ist. Neben einer direkt atemwegserweiternden sowie einer leicht antientzündlichen Wirkung hat es auch eine stimulierende Wirkung auf das Atemzentrum im Gehirn. Theophyllin wird daher bei verengten Atemwegen (Asthma bronchiale und COPD) und auch bei leichten Formen von Schlafapnoe-Syndromen eingesetzt. Wegen seiner Verwandschaft zum Koffein können bei empfindlichen Menschen entsprechende Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit, Magen- / Darmbeschwerden, Blutdruckanstieg, Herzrhythmusstörungen und Zittern der Hände auftreten.

Die korrekte Einhaltung der verordneten Medikamentenmenge ist bei Theophyllin daher besonders wichtig. Durch einen Bluttest kann die im Körper vorhandene Wirkstoffmenge (Wirkspiegel) bestimmt und die Medikamentendosierung ggf. angepasst werden.

Kortison

Kortison ist eines der potentesten Medikamente überhaupt, aber auch ein sehr in Verruf geratener Wirkstoff. Dabei wissen viele gar nicht, dass Kortison ein Hormon ist, das der Körper selbst (ähnlich wie z.B. Schilddrüsenhormone) bildet. Kortison ist das einzige lebenswichtige Hormon! Kortison ist einer der stärksten Stoffe zur Bekämpfung und Linderung von Entzündungsreaktionen. Es wird daher häufig bei allen nicht bakteriell verursachten entzündlichen Erkrankungen (z.B. Asthma bronchiale, Rheuma, chronisches Hautekzem, Allergien, chronischen Darmentzündungen sowie gelegentlich bei chronischer obstruktiver Bronchitis) eingesetzt. Auch die Lungenheilkunde kommt ohne Kortison nicht aus.

Die Anwendung erfolgt bevorzugt in Form von Inhalationen, um den Wirkstoff gezielt in die erkrankten Atemwege zu bringen. Dadurch wird der Körper fast nicht mit Kortison belastet und Nebenwirkungen minimiert. Die Inhalation nimmt nur wenige Sekunden in Anspruch. Sie sollten jedoch auf eine optimale Inhalationstechnik achten, die in der Praxis mit Ihnen geübt werden muss!

Nach jeder Inhalation müssen Mund und Rachen gründlich gereinigt werden. Daher ist es am besten, vor den Mahlzeiten zu inhalieren, da durch das Essen und Trinken die Mundschleimhaut gesäubert wird. Und: nach dem Essen Zähneputzen nicht vergessen! Haben sie herausnehmbare Zahnteile, inhalieren Sie ohne Zahnersatz, damit sich kein Kortisonfilm auf die Schleimhaut legt, der Ihr Zahnfleisch schädigen kann. Gelegentlich ist jedoch die inhalative Anwendung von Kortison nicht ausreichend, so dass die Verabreichung in Form von Spritzen, Infusionen oder Tabletten erfolgen muss. In diesem Fall können bei monatelanger Anwendung unerwünschte Wirkungen wie Gewichtszunahme, Fetteinlagerung, erhöhte Blutzuckerwerte, Steigerung des Blutdruckes und Osteoporose auftreten. Es sind daher wie bei jedem anderen Medikament die Vorteile einer Kortisoneinnahme gegenüber möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen genauestens abzuwägen. Achtung: Ihr Kortisonspray ist kein Notfallmedikament, es wirkt erst nach einigen Tagen und nur bei regelmäßiger Anwendung!

Bronchial­erweiternde Sprays (Bronchodilata­toren / Betamimetika)

Von diesen Medikamenten gibt es mittlerweile eine fast unüberschaubare Vielzahl von Präparaten auf dem Markt mit unterschiedlichen Inhalationssystemen. Unser Ziel ist, das für Sie optimale System zu verschreiben. Sie sollten auf eine perfekte Inhalationstechnik achten, die in der Praxis mit Ihnen geübt werden muss. Der inhalierte Wirkstoff führt meist schnell zu einer Weitstellung der Bronchien. Daher können Sie wieder besser durchatmen und Husten sowie pfeifendes Atemgeräusch klingen ab.

Wenngleich dies momentan sehr hilfreich ist, so lassen Sie sich bitte nicht täuschen: Die Entzündung, die das Asthma in den Bronchien hervorruft, wird durch Bronchodilatatoren (Betamimetika) nicht behandelt. Die Verkrampfung tritt daher bei schwererem Asthma nach wenigen Stunden erneut auf. Bronchodilatatoren sind somit nur dann als alleiniges Medikament angezeigt, wenn es sich um ein ganz leichtes Asthma handelt. Ansonsten kommen Bronchodilatatoren nur in Kombination mit entzündungshemmendem, inhalativem Kortison zur Anwendung. Nebenwirkungen der Bronchodilatatoren können vor allem bei vermehrter Anwendung Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen sowie Fingerzittern sein.

Antiallergika

Antiallergika dienen der Linderung von allergisch ausgelösten Symptomen wie Heuschnupfen und allergischem Hautausschlag (Urtikaria), helfen in der Regel aber nicht gegen das allergische Bronchialasthma. Durch Antiallergika wird die Ausschüttung von Allergiestoffen im Körper gebremst oder unterdrückt, so daß Sie trotz einer Allergie die Natur möglichst beschwerdefrei genießen können.

Obwohl diese Medikamente in der Regel gut vertragen werden, ist der beste Schutz vor Allergien nach wie vor die Meidung des Stoffes, gegen den Sie allergisch sind, soweit dies möglich ist.

Sekretolytika und Mucolytika

Sekretolytika sind Wirkstoffe, die eine Verflüssigung und einen besseren Abtransport des Schleims aus Bronchien und Nasennebenhöhlen bewirken sollen. Trotz der weiten Verbreitung sind wissenschaftliche Belege über die Wirkung einer längerfristigen oder prophylaktischen Anwendung spärlich. Wenn entsprechende Medikamente (z. B. NAC[TM]®, ACC®, Ambroxol® und viele andere) eingenommen werden, ist für eine optimale Wirkung auf jeden Fall ausreichende Flüssigkeitszufuhr (ca. zwei Liter) nötig. Viel erfahrene Lungenärzte sagen, dass die erhöhte Trinkmenge (am besten warme Kräutertees) der beste Schleimlöser ist!

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