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Rauchen und Nikotinsucht

Rauchen beschert dem Staat durch die Tabaksteuer jährlich über 10 Milliarden Euro – und über 100.000 Tote. Das jahrelange Zigaretten rauchen schädigt den ganzen Körper, nicht nur die Lungen: Es kommt zur Arterienverkalkung, Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, chronischer Bronchitis und Lungenkrebs. Auch das Risiko für andere Krebserkrankungen ist erhöht. Die Haut altert früher und sieht grau und ungesund aus.

Eine Faust zerdrückt Zigaretten

Die große Bedeutung des Rauchens für all diese Erkrankungen belegen epidemiologische Studien seit den 50er Jahren: Beispielsweise zeigte eine Studie von Sir Richard Doll an britischen Ärzten mit einer Beobachtungszeit von 40 Jahren: Nur jeder Zweite der über 25 Zigaretten pro Tag rauchenden, aber 80 Prozent der nie rauchenden Ärzte erreichte das 70. Lebensjahr. Im Durchschnitt verliert ein Raucher acht bis neun Jahre seines Lebens. Die Häufigkeit von Lungenkrebs hat bei Männern seit 1930 und bei Frauen seit 1960 dramatisch zugenommen. Dies ist nicht auf die allgemeine Luftverschmutzung, sondern in erster Linie auf die Inhalation von Tabakrauch zurückzuführen, die heute für ca. 90 Prozent der Bronchialkrebse verantwortlich ist.

Das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken berechnet sich relativ einfach nach der sogenannten 20er-Regel: Wer 20 Jahre lang 20 Zigaretten pro Tag raucht, hat sein Lungenkrebsrisiko auf das 20fache gegenüber dem gleichaltrigen Nichtraucher gesteigert. Zigarettenrauchen ist eine Suchterkrankung, vergleichbar mit der Sucht nach anderen Drogen. Der Suchtgrad wird gemessen mit dem Fagerström-Test. Je früher am Morgen ein starker Impuls zum Rauchen besteht, desto höher ist der Grad der Sucht. Umso schwerer fällt die Entwöhnung. Fast jeder Raucher kennt die Gefahren durch seine Sucht, dennoch fällt das Abgewöhnen oft ungeheuer schwer. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat längst die Zigarettensucht als Krankheit anerkannt.

Die (scheinbaren) Pluspunkte des Rauchens sind unbestreitbar

  • "gehört dazu"
  • "komme leichter ins Gespräch"
  • "schmeckt mir"
  • "ich gönne mir was"
  • "versüßt mir die Pausen"
  • "wenn ich nicht rauche, nehme ich zu"
  • "mit der Zigarette halte ich den Stress leichter aus"

90 Prozent aller Raucher wollen aufhören, aber welche Methoden helfen wirklich? Es konnte gezeigt werden, dass Unterscheidungen zwischen wirksamen und nichtwirksamen Methoden möglich sind. Voraussetzung ist, dass der Raucher den festen Willen hat und den Entschluss fasst, das Rauchen zu beenden. Sogenannte "passive" Methoden wie Akupunktur, Hypnose etc. haben ihren Erfolg in Studien nicht belegen können. Intensive Unterstützung und Begleitung durch den Arzt erhöht die Erfolgswahrscheinlichkeit, besonders in den ersten Tagen und Wochen ist sie wichtig. Aber sie sollte auch nach Wochen und sogar Monaten bei Bedarf verfügbar sein.

Gesicherte Methoden der Tabakentwöhnung sind:

Verhaltenstherapie

Einfache verhaltenstherapeutische Maßnahmen kann Zigarettenkonsum vermindern und den Rauchstopp-Tag vorbereiten. Der Patient füllt täglich einen Selbstbeobachtungsbogen aus und notiert zu jeder Zigarette Rauchgrund und Grad der Begierde.

Nikotinersatztherapie

Nikotin als Pflaster, Kaugummi, Lutschtablette (verschreibungspflichtig). Auf die richtige Dosierung und Mengensteuerung kommt es dabei an.

Zyban ® ist die erste verschreibungspflichtige nikotinfreie Tablette zur Rauchentwöhnung. Sie dämpft die Entzugserscheinungen im Gehirn. Der Wirkstoff Buproprion imitiert dort die Nikotinwirkungen, ohne selbst Nikotin zu enthalten.

Entwöhnung lohnt sich sofort!

Rasch werden die negativen Zeichen des Rauchens verschwinden und die Risiken werden vermindert und schließlich beseitigt

  • schon nach einem Tag Rauchstopp wird das Herzinfarktrisiko kleiner
  • zwei Tage nach dem Rauchstopp verfeinert sich der Geruchs- und Geschmackssinn
  • rasche Verbesserung der Lungenfunktion
  • positives und attraktiveres Selbstbild: frischer und lebendiger Atem, schönere und frischere Haut
  • frische Luft in Wohnung und Auto
  • Geldersparnis

Leichte Raucher können die Entwöhnung alleine schaffen! Der feste Entschluss ist die wichtigste Voraussetzung. Dann legen sie ihren Rauchstopp-Tag fest, werfen am Vorabend alle Zigaretten, Aschenbecher, Feuerzeuge weg – und sind ab morgen Nichtraucher/in.

Wenn dieser Schritt Ihnen schwerfällt, bieten wir in unserer Praxis eine strukturierte Raucherentwöhnung als Einzeltherapie an. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Frau Dr. D. Grill.

Damit die ersten Wochen nicht allzu schwer werden, hier einige Tipps und Tricks:

  • Motivieren Sie ihren Partner, mit ihnen das Rauchen zu beenden – zu zweit geht's leichter!
  • Schreiben Sie sich die wichtigsten Gründe auf, nicht mehr zu rauchen – und lesen Sie diese jeden Morgen nach.
  • Meiden Sie Orte, an denen viel geraucht wird.
  • Beobachten und imitieren Sie Nichtraucher: Was tun die in Situationen, in denen Sie zur Zigarette greifen wollen?
  • Verändern Sie Ihren gewohnten Tagesablauf so viel wie möglich.
  • Erlernen Sie Entspannungsübungen.
  • Schlafen Sie soviel wie möglich: ausgeruht geht's besser!
  • Wählen Sie so oft wie möglich eine rasche Gangart, gehen Sie zügig spazieren oder joggen Sie regelmäßig, seien Sie aktiv!
  • Beschäftigen Sie sich: kritzeln sie beim Telefonieren oder in Sitzungen.
  • Kauen Sie zuckerfreie Kaugummis, knabbern Sie Obst und Gemüse.
  • Füttern Sie ein Sparschwein mit dem gesparten Zigarettengeld. Gönnen sie sich eine Belohnung.

Quelle: Umwelt-News 6/2000-1/2001

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